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Interview: Young Professionals und Führung

Was wünschen sich junge Berufseinsteiger von modernen Führungskräften? Eine Einkäuferin gibt Einblicke. BME-JobSource stellte die Fragen.
Veröffentlicht am 17.12.2020

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Foto: Tina Steudtner

Tina Steudtner, Sie arbeiten seit Januar 2019 bei der MAHLE GmbH als strategische Einkäuferin. Können Sie ihren bisherigen Karriereweg kurz skizzieren?

Tina Steudtner: Nach meinem Abitur habe ich ein duales Studium absolviert, das Betriebswirtschaftslehre und eine Ausbildung als Industriekauffrau umfasste. Nach einigen Stationen im Ausland und meinem Masterstudium, bin ich als Einkäuferin für Nichtproduktionsmaterial ins Berufsleben gestartet. Mittlerweile arbeite ich als strategische Einkäuferin im Bereich Kunststoff.

Wie viele Führungskräfte hatten Sie bereits und wie alt waren diese?

Ich hatte drei Führungskräfte und diese waren zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Was ist Führung und was macht für Sie gute Führung aus?

Führung ist wichtig, aber gleichzeitig auch sehr komplex. Gute Führung ist gekennzeichnet durch das gegenseitige Vertrauen, das Übertragen von Verantwortung an den Mitarbeiter, das Arbeiten auf Augenhöhe und die Impulsgabe zum Lernen.

Wie haben Sie ihr erstes Vorstellungsgespräch in Erinnerung?

Mein erstes Vorstellungsgespräch habe ich als sehr aufregend in Erinnerung. Ich war sehr nervös und unsicher. Mein damaliger Chef ist sehr selbstbewusst und interessiert aufgetreten. Aus heutiger Sicht würde ich einiges anders machen, zum Beispiel zielgerichteter Fragen stellen und auf mehr Details achten.

Was sind die Erfolgsfaktoren einer guten Führungskraft?

Erfolgsfaktoren sind in meinen Augen Empathie, Authentizität und Transparenz gegenüber dem Mitarbeiter. Mein Chef hat mir in einem Gespräch ein sehr ehrliches und konstruktives Feedback gegeben, woraus genau hervorging, welche meine Entwicklungsfelder sind und an welchen Potenzialen ich arbeiten kann. Darauf basierend habe ich mich sehr stark mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.

Was ist der intelligenteste Satz, den eine Führungskraft zu Ihnen gesagt hat? Was hat er bei Ihnen ausgelöst?

Es ist in Ordnung Fehler zu machen, denn nur so entwickelt man sich weiter. Der Satz hat mich dazu ermutigt, öfter ins „kalte Wasser“ zu springen, um meinen eigenen Horizont zu erweitern. Im ersten Moment war das überraschend aber im Endeffekt, bin ich meinem damaligen Chef für diesen Hinweis sehr dankbar.

Was muss eine Führungskraft tun, damit Sie bereit sind Leistung zu bringen?

Ich bin grundsätzlich aus mir selbst heraus motiviert Leistung zu bringen. Positiv wirken sich allerdings konstruktives Feedback sowie Anreize aus.

Was haben Sie von ihrer jetzigen Führungskraft gelernt? Wobei haben Sie als Young Professionals bei Ihrem Berufseinstieg am meisten Unterstützung benötigt?

Ich habe gelernt, mutiger und selbstbewusster aufzutreten und selbstständiger zu arbeiten. Ich konnte schlecht einschätzen, wie groß mein Handlungsspielraum ist, was ich selbst entscheiden kann und wo ich unter Umständen Rücksprache mit der Führungskraft halten muss. Auch in Gesprächen mit internen Schnittstellen habe ich Unterstützung benötigt, da mir schlichtweg das Detailwissen für die Diskussionen gefehlt hat.

Wo sehen Sie die häufigsten Fehler von Führungskräften, wenn es um den Umgang mit Ihrer Generation geht? Was würden Sie sich wünschen?

Ich sehe, dass die Generation der „Digital Natives“ oft unterschätzt wird und dass neue Ideen ausgebremst werden. Ich würde mir mehr Austausch und Kommunikation wünschen. Statt „das haben wir schon immer so gemacht“ sollte öfter „lass es uns einfach mal anders machen“ gelten.

Wo sollten Führungskräfte ansetzen, um im Führen besser zu werden?

Führungskräfte sollten vor allem den Mitarbeitern aktiv zuhören und ihre individuellen Stärken fördern. Wenn möglich, sollten sie ihren Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung übergeben. Zusammenfassend halte ich es für wichtig, dass auf Augenhöhe kommuniziert wird.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

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Foto: Tina Steudtner.

Tina Steudtner arbeitet seit 2 Jahren als strategische Einkäuferin für die MAHLE GmbH in Stuttgart. In ihrer Freizeit trifft man das BME-Mitglied auf einer Ihrer Joggingrunden im Park oder auf der Yogamatte.


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