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„Einkäufer brauchen detailliertes Wissen“

Gerade in der Krise lassen sich durch die richtige Weiterbildung neue Akzente im Einkauf setzen. Wie lässt sich das passende Angebot finden? Alexander Sehr. Bereichsleiter in der BME Akademie rät zu einem genauen Blick auf das Portfolio des Anbieters.
Veröffentlicht am 21.10.2020

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Foto: Weiler

Herr Sehr, bitte erzählen Sie uns kurz etwas über Ihren beruflichen Werdegang.

Alexander Sehr: Ich bin seit 2002 beim Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. Zuvor arbeitete ich bei der Höchst AG und war im Bereich Materialwirtschaft tätig (Vom Einkauf sprach man damals noch nicht.). Danach bin ich zu einem Personaldienstleister gewechselt. Der Schwerpunkt lag hier auf der Produktions-und Personalwirtschaft.
Ich war auch bei der Bundeswehr für die Transportlogistik zuständig, bis ich mir sicher war, dass ich mich auf den Bereich Einkauf fokussieren will. Letztendlich habe ich mich dann beim BME als Fachreferent für Lehrgänge beworben und bin seitdem hier tätig.

Was fasziniert Sie ganz besonders an Ihrem Job?

Am meisten Freude habe ich, wenn man Menschen dahin bringt, dass sie ihren Job besser, erfolgreicher und mit Zufriedenheit machen. Es gibt BME-Mitglieder, die mir heute noch sagen: Ich erinnere mich noch nach 18 Jahren an den Kurs beim BME, in dem ich so vieles mitnehmen konnte. Wenn gewisse Leute dann erneut wiederkommen, ist das für mich total motivierend.

Was muss man auf jeden Fall beachten, wenn man sich im Bereich Einkauf weiterbilden möchte?

Für sich selbst kann man eine Bedarfsanalyse und eine Vergleichbarkeitsstudie durchführen. In einem nächsten Schritt sollte man dann Informationen einholen. Wer ist der Anbieter? Wie wichtig ist die Reputation des Anbieters? Was bringt der Anbieter mit?
Gibt es einen richtigen Ansprechpartner? Wird das Informationsmaterial kostenlos bereitgestellt? Wo kommen die Trainer her? Wer unterrichtet? Ist ein Musterskript erhältlich? Gibt es Referenzen? Findet man ehemalige Teilnehmer, die man ansprechen kann?
Wie viele haben die Trainings besucht? Gibt es Zertifizierungen und eine kostenfreie Beratung? Das alles muss ein Anbieter beantworten können. Dafür zahlt der Teilnehmer schließlich. Ein Anbieter, bei dem man anhand des Internetauftritts schon sagt „hm schwierig“, kann nicht das Richtige sein.

Worauf sollte man bei der Auswahl des Anbieters noch achten?

Es muss eine klare Struktur erkennbar sein. Die Teilnehmer müssen an die Hand genommen werden. Zum Thema Aufmerksamkeit: Wie schaffe ich es, dass die Teilnehmer nicht abgelenkt sind, sondern auch mitdenken und mitarbeiten?

Sie arbeiten seit vielen Jahren mit Einkäufern und Supply Chain Managern. Gibt es Themen, die immer wieder auftauchen?

Ein Einkäufer muss rollenkonform handeln können, kommunikativ sein und natürlich Kalkulationsmodelle durchrechnen können. Er oder Sie braucht ein selbstsicheres Auftreten, wie auch ein starkes Durchhaltevermögen. Einkäufer lassen sich nicht so schnell abschütteln.

Wo sehen Sie den größten Weiterbildungsbedarf?

In den letzten Jahren hat es massiv zugenommen, dass Einkäufer fundiertes Wissen von Bedarfskonkretisierungen brauchen. Das Problem liegt bei Bedarfsträgern, die nicht spezifisch sagen können, was sie genau brauchen.

Mit welchen Techniken und Methoden arbeiten Sie in ihren Seminaren und Lehrgängen?

Ich benutze einen Methodenmix. So halte ich zum Beispiel Vorträge, mache Gruppenübungen, Workshops und Rollenspielen. Ein weiteres wichtiges Kernelement sind Fallbeispiele. Der Praxisanteil sollte möglichst hoch sein. Ein guter Trainer arbeitet am besten an Fällen von Teilnehmern. Ein klassisches Beispiel sind Rollenspiele. Oft hilft es auch den Prozess zu skizzieren, um den Teilnehmern konkret weiterzuhelfen.

Hätten Sie noch weitere Tipps bezüglich Weiterbildung im Einkauf?

Man sollte sich immer vor Augen halten, dass eine Weiterbildung einen weiterbringen sollte. Eine Fortbildung bringt einen nur fort.

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Foto: Alexander Sehr

Alexander Sehr
BME Akademie GmbH

Die Lehrgänge des BME

Alexander Sehr ist seit 2017 Bereichsleiter für den Bereich Lehrgänge und Inhouse-Schulungen  bei der BME Akademie GmbH. Er ist seit 2002 beim BME e.V., gestaltet Seminare und konzipiert Weiterbildungen im Bereich Einkauf, Supply Chain und Logistik.


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